Automatisches Kettenschmiersystem an der Yamaha TDM 900

 

Nachdem ich im April 2008 von Majesty 400 auf TDM 900 umgestiegen bin, hatte ich natürlich das selbe "Problem" wie alle Kettenfahrer, das die Kette intensiver Pflege bedarf. Bei der Recherche wie und wann man Ketten pflegt, bin ich auf die automatischen Kettenschmiersysteme gestoßen. Allerdings haben mir die meisten Produkte nicht gefallen. Entweder bedarf es Unterdruckleitungen, oder man muß per Hand ständig einen Überdruck erzeugen, die Ölbehälter waren zu winzig und die meisten Systeme sind unkomfortabel bzw. berücksichtigen erst gar nicht das es auch mal regnen kann und die Kette hier einen erhöhten Öl-Bedarf hat und einige geben sogar noch Öl ab, selbst wenn das Motorrad abgestellt ist. Dann wiederum ist bei einigen Systemen die Elektronik nicht gegen Feuchtigkeit geschützt. Überzeugt hat mich das System von CLS. Das System berücksichtigt die unterschiedliche Viskosität von Öl bei unterschiedlichen Temperaturen und kann auch komfortabel den Witterungen entsprechend angepaßt werden, sogar während der Fahrt. Weiterhin genial ist die Tatsache, das man für den elektrischen Anschluß keinerlei Kabel des Motorrades beschädigen muß.

Ich habe mich für das CLS-Speed entschieden, welches auch den erhöhten Öl-Bedarf bei erhöhten Geschwindigkeiten automatisch regelt. Eine Beschreibung des Produktes findet sich auf den Seiten des Herstellers unter CLS 200µ. Der CLS Speed ist identisch mit dem 200µ, bis auf den zusätzlichen Speed-Sensor. Hier der Link: www.cls200.de

Beim Einbau des Tanks (ich verwende den 250ml-Tank), wäre der Platz für die Werkzeugtasche eigentlich ideal. Allerdings wollte ich auf die Werkzeuge nicht verzichten. Platz gefunden hat der Tank dann unter der hinteren Sitzbankstrebe. Er sich dort gut klemmen, kann jedoch zum Befüllen schnell rausgezogen werden und der Ölstand ist auch immer gut sichtbar. Den Belüftungsschlauch habe ich mittels eines Kabelclips an der Sitzbankstrebe befestigt, ebenso den Mengeneinsteller mittels Rasterkabelbindern.

Übersicht CLS-Speed-Einbau Belüftungsschlauch

Die Elektronikbox kam in die rechte Seitenverkleidung. Warum nicht links, wo die Schlauchwege doch kürzer wären? Weil der Tank aufgrund der Sitzbankverriegelung nicht unter die linken Sitzbankstrebenseite passt und die Schläuche zum Tank mir dann zuviel kostenbaren Platz für andere Dinge rauben.

Der Ölschlauch und die Leitung für den Speedsensor wurden auf der linken Seite durch eine Öffnung in Höhe der Rahmenverstrebung geführt.

Einbauübersicht

Den Ölschlauch habe ich nur mit zwei der mitgelieferten Führungsstücke am Rahmen befestigt. An der Schwinge selbst habe ich nur das Haltestück mit Befestigungsschrauben angeklebt. Dazwischen habe ich den Schlauch einfach unter den Kettenschutz der Schwinge geklemmt.

 

Ölleitung am Rahmen Ölleitung an der Schwinge

Die Leitung für den Speedsensor wurde dabei um den Ölschlauch gewickelt anstelle von Rasterkabelbindern zu verwenden.

Der Halter für das Endstück und der Halteklotz für den Speedsensor wurden an der Schwinge verklebt. Hier hätte ich es sinnvoller gefunden, eine gemeinsame Halterung zu haben, anstelle von zwei Einzelklötzen, welche sich gegenseitig ins Gehege kommen. Auch hier sehe ich eine Verbesserungsmöglichkeit.

Der Magnet wurde mittels Zweikomponentenkleber (nicht im Lieferumfang enthalten) am Zahnrad befestigt. Und hier zeigte sich jetzt die Schwierigkeit den Magneten anzubringen, die Schrauben des Zahnrades nicht mit dem Sensor kollidieren zu lassen und auch noch Platz für das Ölerendstück zu haben. Der Magnet muss so weit wie möglich nach Aussen, sonst schlagen die Schrauben den Sensor weg. Der Ölauslaß hat somit nur noch auf dem erhöhten Zahnansatz Platz. Hierbei muss darauf geachtet werden das er die Kette nicht berührt, oder zu hoch sitzt, sonst verhackt er sich beim Rückwärtsschieben entweder in der Kette, oder am Magneten. Beides hat zur Folge, dass das Entstück verbiegt und/oder knickt und der Öler somit das Öl nicht mehr an die Kette bringt. Fummelige Angelegenheit.

 

Position der Endstücke Postion des Ölschlauches

Jetzt kommt noch die Montage des Feineinstellers im Cockpit. Den Drehschalter für die Feineinstellung habe ich nicht, wie überall abgebildet, im Cockpit auch die linke Seite montiert, sondern auf die rechte. Wieso bauen ihn die meisten nach links, wenn man ihn mit der linken Hand bedienen will? Ich komme bei mir während der Fahrt ganz einfach an den Schalter, ohne die Gefahr den Lenker zu verreissen oder gar von unten rumgreifen zu müssen. Die Leitung für den Drehschalter habe ich rechts am Tank langgeführt.

Entgegen der Beschreibung von CLS braucht man nicht ZWEI Löcher zu bohren, denn der kleine Stift soll ja nur das Verdrehen verhindern. Bei der Dicke der Verkleidungen, würde ein Anbohren der Stelle reichen. Bohrt man durch, sieht man das kleine Loch leider, da es etwas über den Drehschalter hinausragt.

 

Der Feineinsteller

 

Zu guter Letzt wird die Elektronikbox direkt an der Batterie angeschlossen. Das System erkennt automatisch ob der Motor läuft (mittels Spannungswelligkeit) und schaltet den Öler automatisch an und ab.

Nach dem Befüllen folgt noch das Entlüften, sprich das Öl duch den Schlauch pressen. Am besten geht es wenn man in den Belüftungsschlauch bläst, den Schlauch abknickt und dann kräftig abergefühlvoll auf den Ölbehälter drückt. Das trainiert nebenbei die Handmuskulatur. Die Einstellung der Tropfenmenge mittels des Mengeneinstellstück ist ein echtes Geduldsspiel, denn der Einsteller ist genau so wie er genannt wird: ein Grobeinsteller. Hier gäbe es sicherlich eine elegantere und feinfühliger justierbare Lösung.

Der ganze Einbau hat ca. drei Stunden gedauert. Allerdings kommt noch die Wartezeit für den Zweikomponentenkleber des Magneten hinzu, bevor man eine Testfahrt unternehmen will. Ich habe es Abends eingebaut und eingestellt und konnte somit am nächsten Tag sofort losfahren. Am Anfang sollte man seine Kette gründlich reinigen und einige Zeit (ich bin ca. 30km gefahren) mit vollen Ölerleistung fahren, um die Kette gut mit dem neuen Öl zu benetzten.

nach oben

Copyright 2006 - © by Dali